Sportmedizin, Impfg., Kopf
Arthrose, Arthritis
Was ist eine Spondylarthritis?

Bei der Spondylarthritis kommt es zu einer Entzündung an den kleinen Wirbelgelenken der Wirbelsäule sowie an anderen Gelenken des Körpers. Das komplizierte Wort setzt sich aus "Spondyl-" für Wirbelkörper bzw. Wirbelsäule, "arthr-" für Gelenke und "-itis" für Entzündung zusammen. Ärzte unterscheiden eine ganze Reihe von Spondylarthritiden. Bei den meisten dieser Erkrankungen stehen für die Betroffenen die Rückenschmerzen im Vordergrund.
Welche speziellen Formen von Spondylarthritis gibt es?
- Zu den Spondylarthritiden gehören so unterschiedliche Erkrankungen wie:
- Spondylitis ankylosans (auch Morbus Bechterew genannt)
- Spondylarthritis psoriatica (Arthritis bei Schuppenflechte)
- Spondylarthritis bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa (Arthritis bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen)
- reaktive Arthritis; sie folgt auf eine infektiöse Erkrankung, meist auf einen Harnwegsinfekt oder eine Darminfektion
- seltene Spondylarthritiden in Zusammenhang mit anderen Erkrankungen
Welche Symptome treten bei einer Spondylarthritis auf?
- Alle Spondylarthritiden gehen mit einer Reihe ähnlicher Beschwerden einher, zum Beispiel einer Entzündung der Kreuz-Darmbein-Gelenke und auch der Wirbelsäulengelenke.
- Typischerweise haben die Patienten bereits seit mehreren Monaten tief sitzende Rückenschmerzen, die schleichend begonnen haben und sich bei Bewegung bessern.
- Häufig wachen die Patienten in der zweiten Nachthälfte wegen Rückenschmerzen auf, morgens fühlen sie sich länger als eine halbe Stunde steif und unbeweglich. Auch wechselnder Gesäßschmerz ist charakteristisch.
- Zusätzlich kann ein weiteres der großen Gelenke entzündet sein, beispielsweise das Knie- oder Hüftgelenk. Entzündungen der Ansatzstellen von Sehnen oder Bändern sind ebenfalls nicht selten. Hierbei treten beispielsweise Fersenschmerzen auf, wenn die Achillessehne betroffen ist. Es treten auch vermehrt Entzündungen der Regenbogenhaut am Auge auf.
- Beim Morbus Bechterew, dem vermutlich eine Störung des Immunsystems zugrunde liegt, kann es im Verlauf zu einer Verknöcherung der Wirbelsäule kommen.
- Neben diesen gemeinsamen Symptomen der Spondylarthritiden gibt es noch für jede der oben genannten Erkrankungen spezifische Symptome, etwa Hauterscheinungen bei Schuppenflechte oder Durchfall bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.
- Bei den meisten Spondylarthritiden lässt sich der Erbfaktor HLA-B27 im Blut nachweisen, der die Anfälligkeit zur Entwicklung bestimmter rheumatischer Erkrankungen vererbt.
Was kann man bei einer Spondylarthritis tun?
- Daneben gibt es aber eine Reihe physikalischer Maßnahmen, die in der Regel bei jeder Spondylarthritis Linderung verschaffen und die Beweglichkeit der Gelenke erhalten:
- Krankengymnastik
- Wärmeanwendungen, evtl. auch Kälteanwendungen
- Bäderbehandlung
- Elektrotherapie
- Gegen Schmerzen und gegen die Entzündung werden oft Nicht-steroidale Antirheumatika oder Coxibe eingesetzt.
- Die Therapie orientiert sich zuerst an dem zugrunde liegenden Krankheitsbild, also beispielsweise der Schuppenflechte oder der chronisch entzündlichen Darmerkrankung.
- Einen Morbus Bechterew behandelt man mit ähnlichen Medikamenten wie Rheuma. Als Medikamente werden beispielsweise Sulfasalazin oder TNF-alpha-Blocker eingesetzt.
- Die medikamentöse und physikalische Therapie wird in der Regel in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachärzten und Therapeuten sowie unter Mitwirkung des Betroffenen selbst festgelegt.
Spondylarthritiden können viele Ursachen haben, die behandelt werden müssen. Zur Linderung der Beschwerden gibt es viele physikalische Behandlungen.
Stand 08.2010
Publikationsdatum:
31.08.09
Datum geändert:
14.06.11








